Gaming-Mythen
Gaming-Mythen #16 – Schnee auf dem Silberberg

Heute gibt es einen etwas längeren Gaming-Mythos, diesmal wieder aus der Welt von Pokémon. Einige von euch kennen die Geschichte vielleicht schon, es handelt sich dabei um „Snow on Mt. Silver“.  Nicht ganz weihnachtlich, aber zumindest winterlich soll es sein.

Los geht es mit zwei Geschwistern, die große Fans der Pokémon-Spiele sind, deshalb holten sie sich immer die jeweils andere Edition, sodass sie zusammen spielen und tauschen konnten. Schließlich kam es, dass auch sie vom Cheat-Modul „GameShark“ erfuhren. Als der Bruder sich dann ein GameShark-Modul zugelegt hat, probierten sie es sofort aus, was unter anderem auch die Blaue Edition des Bruders kaputt machte. Während die Schwester nicht wirklich Interesse an dem Cheat-Modul zeigte, spielte der Bruder quasi nur noch mit dem Modul. Wie es so ist, passierte es, dass sie ihre Räume im Haus wechselten und einige Dinge wie das GameShark-Modul und auch einige Spiele verloren gingen (Eltern bezeichnen das häufig als „Aufräumen“).
Zur Zeit von Rubin, Saphir und Smaragd bekamen die Geschwister wieder Lust auf die Nostalgie der älteren Generationen und fanden nach einiger Zeit der Suche schließlich eine Box, in denen sie Spiele und alte Handhelds von sich fanden. Auch das Cheat-Modul befand sich darin. Sie entschieden sich ein neues Spiel in der 2. Generation anzufangen (Schwester starte Gold und Bruder Silber). Der Bruder nutzte natürlich sofort das Modul, während die Schwester den Kopf schüttelte, da sie meinte, dies würde nur das Spiel zerstören.
Bald schon war die Schwester bei der Top 4 angelangt, doch bemerkte, dass ihr Team wohl nicht stark genug war. In der Hoffnung ein paar Pokémon vom Bruder auszuleihen, ging sie zu diesem ins Zimmer. Da sie den Tag zuvor bei einem Freund verbracht hatte und direkt danach zum Bruder ging, wusste sie nicht, was vor sich ging. Auf dem Weg in dessen Zimmer befanden sich alle Pokémon-Cartridges des Bruders, jedoch hatten alle Kratzspuren, als hätte jemand sie mit einem Messer oder einer Schere versucht zu zerschneiden. Völlig blass saß der Bruder auf Bett in seinem Zimmer, sein GBA zertrümmert vor ihm. Auf dem Bett lagen eine Gartenschere und ein Hammer, womit er wohl die Cartridges und den GBA kaputt gemacht hatte. Besorgt fragte die Schwester ihren Bruder, was denn passiert sei.  Der Bruder antwortete mit einer völlig verängstigten Stimme: „It was awful. Oh god. White everywhere, and then BLACK…“ (zu deutsch: „Es war schrecklich. Oh Gott. Überall weiß und dann SCHWARZ“).
Was es auch war, musste ihrem Bruder große Panik und Angst bereitet haben. Um ihn zu beruhigen umarmte die Schwester ihren Bruder, als dieser ihren GBA berührte. Sofort begann er zu schreien und schnappte sich den GBA, nur um ihn gegen die Wand zu werfen. Glücklicherweise funktionierte der GBA noch, jedoch löste die Pokémon-Melodie eine Panik-Reaktion bei dem Jungen aus, der den Hammer ergriff und wieder losschrie um den Handheld zu zerschlagen. Diesmal schrie die Schwester auch und rannte so schnell sie konnte aus dem Zimmer, den GameBoy schützend an sich gepresst.
Kurz darauf kam der Bruder in eine psychiatrische Klinik, wo er untersucht wurde, jedoch konnte nicht festgestellt werden, was mit ihm los war. Die Schwester schwieg derweil über den Vorfall mit ihrem GBA. Als sie mit ihrem Bruder alleine im Krankenzimmer war, meinte, dieser er müsse „sie“ loswerden. Zuerst wusste sie nicht, wovon ihr Bruder sprach, jedoch fiel ihr ein, dass die Silber Edition und das GameShark-Modul unter dem Bett lagen, als er die anderen Cartridges und seinen GBA zerstört hatte. Sie musste es ihm versprechen, was sie dann auch tat.
Zuhause siegte jedoch die Neugier und anstatt das Spiel und das Cheat-Modul loszuwerden, spielte sie selbst das Spiel, denn sie wollte wissen, was ihren Bruder so aus der Fassung brachte. Bei den Dingen, die sie loswerden sollte, befand sich auch ein Notizblock, in dem Cheat-Codes geschrieben waren. Ein Cheat-Code war auch unkenntlich gemacht, ihr Bruder wollte wohl sichergehen, dass man den Code nicht mehr lesen konnte. Indem sie das Papier ins Licht hielt, konnte sie lesen, was ursprünglich da stand: „Easter Egg – Snow on Mt. Silver“. Sie erinnerte sich, dass ihr Bruder meinnte, dass es erst weiß, dann schwarz wurde. Vielleicht war damit Schnee gemeint.
Die silberne Edition ließ sich normal starten, doch die Spielzeit war komisch. 999:99 h konnte ihr Bruder unmöglich gespielt haben, dies tat sie  als Nebeneffekt des Hackings ab. Beim Start des Spielstandes dauerte es ziemlich lange, bis dieser geladen wurde. Der Bildschirm zeigte Störungen wie bei einem Fernseher. Schon bald war klar, dass dies einen starken Schneefall darstellen sollte. Noch beunruhigender war die Tatsache, dass sie sich auf dem Silberberg („Mt. Silver“) befand. Sein Team bestand aus 6 Level 100 Pokémon, die gehackte Attacken besaßen, auch die Sprites waren verändert. Das Mädchen schob dies alles auf das Cheat-Modul.
Natürlich versuchte die Schwester sofort umzudrehen, jedoch traf sie auf eine unsichtbare Mauer und eine Textbox erschien, die ihr sagte, dass sie nun nicht mehr zurück könne. Auch andere Dinge wie „Fliegen“ oder das Fluchtseil funktionierten nicht. Die einzige Möglichkeit war es, den Berg weiter zu erklimmen, was sie dann schließlich tat. Eigenartigerweise wurde der Sprite des Trainers immer langsamer und hohes Gras und andere Trainer waren nicht in Sicht. Die Eigenartigkeiten hörten hier noch nicht auf, denn nun kam sie an eine Treppe, an die sie sich nicht erinnern konnte. Eine weitere Textbox erschien: „I’m cold.“ (zu deutsch: „Ich bin kalt./Mir ist kalt“).  Ein paar Schritte weiter erschien eine weitere Textbox, die besagte, das Meganie aus dem Team gestorben ist. Der Sprite von Meganie wurde durch ein rotes X ersetzt und der Einsatz von Beleber wirkte ebenfalls nicht. Die anderen Pokémon im Team hatten ebenfalls Schaden genommen, obwohl kein Kampf stattgefunden hatte. Als nächstes starb Tauboss. Diesmal schaute sie sich das gestorbene Pokémon genauer an. Tauboss war nun blau-grau und es fehlten ein paar Details, seine Augen waren schwarz (siehe Bild). Genauso ging es auch bei den anderen Pokémon weiter, bis nur noch Tornupto übrig war.
Schließlich kam die Schwester zu einer Plattform, auf der sich ein Pokéball befand, der Schneesturm hatte plötzlich aufgehört. Als sie den Pokéball aufnehmen wollte, begann eine Kampfsequenz mit einem Celebi, das ebenfalls übel zugerichtet war. Es nutzte Abgesang, weshalb beide Pokémon nach 3 Runden K.O. gingen. Die Erleichterung der Schwester hielt allerdings nicht lange, denn anstatt in ein Pokécenter gebracht zu werden, wachte der Charakter in einer Höhle auf. Auf der Trainerkarte fehlten dem Sprite nun ein Bein und er war ähnlich gefärbt wie die erfrorenen Pokémon. Als sie den Trainer weiter durch die Höhle steuerte, erschienen wieder Textboxen, die klarmachten, dass der Trainer wohl bald erfrieren würde. Sie schaffte es den Ausgang zu erreichen, auf dessen andere Seite Red bereits wartete.

Der Kampf begann, Red wieß er außer der blau-grauen Farbe keine Besonderheiten auf. Jedoch waren alle seine Pokémon auf Level 0 und beherrschten nur die Attacke Verzweifler. Ein Pokémon war schlimmer zugerichtet als das nächste. Anstatt nur besiegt zu sein, starben die Pokémon nach ihrer Attacke und zogen Tornupto je einen KP ab. Zum Schluss wurde Pikachu von Red in Kampf geschickt. Nicht nur das ihm einige Dinge fehlten, es hatte nun ein breites Grinsen und große schwarze Augen, ein grotesker Anblick. Seine KP waren auf 0. Pikachu nutzte Leidteiler und besiegte damit sich selbst und Tornupto. Nun sah man wieder Red’s Sprite, der nun auch so übel zugerichtet war. Diesmal sprach er und sagte „It’s over.“ Das Mädchen hatte nun verstanden, was passiert war. So war diese Höhle im Silberberg eine Art Hölle für Red und seine Pokémon, sie selbst waren schon tot.
Dann leuchtete der Bildschirm weiß und schwarz auf und Red nutzte Abgangsbund. Der Bildschirm wurde weiß und der GBA gab einen kreischenden Ton von sich. Danach war es still. Die Schwester warf daraufhin das GameShark-Modul, das Spiel und den Notizblock weg. Um sicherzugehen, dass ihre Spiele nicht auch betroffen waren, steckte sie ihre Gelbe Edition in den GBA und spielte einen kurzen Moment. Alles war normal. Ihr Bruder spielte nie wieder Pokémon, sie spielte nur noch ihre eigenen ungehackten Spiele.

Wie ihr seht eine etwas längere Geschichte. Man merkt, dass sie zu den Creepypastas gehört, die viel von Tod und Verderben handeln. Wem das Lesen zu viel ist, kann sich hier ein etwas längeres Video anschauen, dass die Geschichte als Kurzfilm zeigt:


Hier könnt ihr die originale Geschichte auf Englisch lesen.
Ein sehr beunruhigendes Easter Egg,  wenn es soetwas wirklich geben sollte. Jedoch ist klar, dass Nintendo soetwas nicht in ein Spiel für Kinder einbauen würde. Auch wenn die Creepypasta gut geschrieben ist, schafft sie es bei mir nicht ganz das Gefühl zu erwecken, dass so ein Easter Egg existiert. Hier weißt es auch einige Parallelen zu Pokémon Lost Silver auf, das auch einen Charakter mit fehlenden Gliedmaßen aufweißt. Das eindeutigste Indiz, dass es sich hier um kein  Easter Egg handelt (wenn überhaupt um einen Hack), ist die Tatsache, dass Pokémon sterben. Kein Easter Egg in Pokémon würde die Pokémon sterben lassen. Der Schnefall und auch, dass Pokémon dadurch Schaden nehmen, erscheint als möglich. Als Hack möglich, als Easter Egg nicht.
In der 4. Generation gibt es etwas ähnliches. So muss man über den Kraterberg und Route 217 um nach Blizzach zu gelangen. Auf Route 217 herrscht ein Blizzard, der Sicht und Vorrankommen erschweren. Der Weg ist wahrscheinlich der längste und schwerste Weg in dieser Generation, um in eine andere Stadt zu kommen, jedoch muss man keine Angst haben zu erfrieren, denn seien wir mal ehrlich, keiner würde gerne in Pokémon erfrieren, dies würde einfach nicht zum Stil des Spiels passen.
Was ist eure Meinung zu diesem Gaming-Mythos? Würdet ihr so einen Hack spielen wollen bzw. würdet ihr euch so ein Easter Egg wünschen? Habt ihr schon ein Cheat-Modul benutzt, um solche Effekte zu erreichen?